Anna.... und es geht weiter

  • geschrieben von  dp

siegerehrung_koeln_gross.jpg

Ann-Leonie Wiechmann vom RSC Hildesheim eilt momentan von Erfolg zu Erfolg.

Nach ihrem sechsten Platz bei den Bahn-Rad-Weltmeisterschaften der Juniorinnen in Schottland im Punktefahren, kehrte sie von den Deutschen Bahnmeisterschaften in Köln mit der Silbermedaille im Omnium heim.

Die Olympia-Disziplin Omnium gilt als die größte Herausforderung im Bahnradsport - es wird der vielseitigste Fahrer in sechs Disziplinen gesucht, mit dem perfekten Mix aus Schnelligkeit und Ausdauer.

„Ich bin mit einer sehr guten Form von der WM nach Hause gekommen“ berichtete Anna „und hatte mir beim Omnium eine Medaille als Ziel gesetzt“. 

In der ersten Disziplin ‚schnelle Runde mit fliegendem Start‘ wurde Anna solide Vierte. Beim anschließenden Punktefahren erwischte die RBG-Schülerin mit Gudrun Stock aus München das richtige Hinterrad. Gemeinsam setzte sich das Duo vom übrigen Feld ab und schaffte die Überrundung. „Mit Platz zwei im Punktefahren rutschte ich erstmals aufs virtuelle Podium, hinter Stock und meiner ärgsten Konkurrentin, Alina Lange aus Köln“.
Der erste Tag endete mit dem Ausscheidungsfahren (jede Runde beendet die letzte Fahrerin am Zielstrich das Rennen, bis nur noch die Siegerin übrig ist). Auch hier konnte Anna den zweiten Platz hinter Stock erreichen. Am Ende des ersten Tages führte Stock souverän vor Lange, knapp dahinter Anna auf Platz drei.

„Die Silbermedaille haben wir uns am zweiten Tag als Ziel gesetzt. Gudrun Stock war zu stark und nur ein Defekt oder Sturz hätten ihren Sieg verhindert“ berichtete Vater und Betreuer Jörg Wiechmann. Anna erwischte in der vierten Disziplin, der 2.000-Meter Einerverfolgung einen Traumstart.
In persönlicher Bestzeit von 2:36,15min für nicht-überdachte Bahnen wurde sie hinter Stock erneut Zweite. Da Alina Lange nur den vierten Platz belegte, rutschte Anna erstmals auf den virtuellen Silberrang.
„Jetzt galt es durch eine sehr gute Platzierung im Scratch-Rennen (normales Rennen über 30 Runden) einen Vorsprung auf Alina Lange herauszufahren, da das abschließende 500-Meter Einzelzeitfahren Anna’s schwächste Disziplin ist“ erklärte Jörg Wiechmann die Taktik.

Anna setzte die vorgegebene Taktik auch perfekt um und gewann diese Disziplin. Alina Lange wurde Sechste. Damit war das Drehbuch für das finale 500-Meter Einzelzeitfahren geschrieben. Wenn zwischen Lange und Wiechmann mehr als 5 Plätze Unterschied liegen, gewinnt Lange die Silbermedaille, bei weniger als 5 Plätzen gewinnt Anna Silber.

Anna fuhr zwar mit 39,27sek erneut eine persönliche Bestzeit, lag aber als drittletzt gestartete Fahrerin damit nur auf Platz vier. Wenn Lange den stehenden Sprint über 500-Meter gewinnt, hätte sie sich am Ende doch noch die Silbermedaille gesichert. Aber eine gut aufgelegte Gudrun Stock verhinderte dieses und gewann die 500-Meter und wurde souverän Deutsche Meisterin im Omnium vor Ann-Leonie Wiechmann und der Lokalmatadorin Aline Lange.

„Ein schöner Abschluss der Bahn-Karriere im Nachwuchsbereich“ freuen sich Vater und Tochter über die Silbermedaille.

 

Nach oben