3. Herforder Frühjahrspreis

 

Das erste Amateurrennen der Saison 2015 wartete am Sonntag den 15.03.2015 im westfälischem Herford auf uns.
Obwohl der Radsport Club Endspurt Herford den "Herforder Frühjahrspreis" erst zum dritten Mal ausrichtete, waren ca. 500 Teilnehmer aus ganz Deutschland angereist.
Vom RSC Hildesheim gingen Björn Ernst bei A/B Elite und Jürgen Schankat bei Senioren 2 an den Start.

Björn konnte sich auf dem windigen, leicht hügeligen, Rundkurs (2,8 km), 29 Runden lang gut behaupten und erreichte einen achtbaren 35. Platz.
Jürgen kam in seinem 19 Runden Rennen auch mit dem Hauptfeld ins Ziel und belegte den 16. Platz.

Für Jürgen (50) war es sein erstes Amateurrennen überhaupt und auch bereits das letzte Jahr, wo er noch in der Altersgruppe der Senioren 2 (41-50 Jahre) starten darf.
Er hat seine Rennerlebnisse hier für uns geschildert:

"Nachdem ich die letzten Jahre viel in der lokalen RTF- und Jedermann-Szene gefahren bin, will ich dieses Jahr auch den Amateurradrennsport erleben, so wie es ihn seit fast 100 Jahren gibt. Also die erste Möglichkeit genutzt und nach Herford gereist.
Nachdem ich dort die Rennstrecke im Umland von Herford gefunden hatte, holte ich meine Startnummer und den Transponder, rollte mich ein und fuhr an den Start.
Bratwurst Geruch lag in der Luft und ca. 100 Zuschauer hatten sich bei frischen 2°C im Start/Ziel Bereich, in dicken Jacken eingehüllt, eingefunden. Der Rennsprecher, Henning Tonn, plapperte ohne Unterbrechung und nannte die berühmtesten Teilnehmer beim Namen, Fahrer mit nationalen Erfolgen und erklärte allen den Ablauf des Rennens. Wir Senioren 2 sollten 19 Runden fahren, die mit uns startenden Senioren 3 nur 15 Runden und die kernigen U19 Fahrer 17 Runden.

 

Alle hier wirkten sehr entspannt, die Fahren kamen aus ganz Deutschland und hatten wohl schon unzählige Rennen bestritten, ich, das Greenhorn, nicht, stattdessen begann ich hier und heute meine „Lehrzeit“.

3-2-1, Start, das 60 Mann starke Feld jagte los.

 

Schluss mit Entspannung, auf 100 Metern von 0 auf 40 km/h, mein Puls kurz vor Anschlag - was geht hier ab?
Werde schon im Feld durchgereicht, Hoppla Kurve, bremsen, falscher Gang, schalten, beschleunigen, fahren, fahren, Kurve, der ganz Schwung wieder weg, wieder an das nächste Hinterrad ballern, Kurve, Buff Windkante, Windschatten nur noch auf dem Grünstreifen, Kurve und Rampe, aus dem Sattel, das Hinterrad springt, Kurve und kurze Abfahrt, Tempo 60 km, Ziel, erste Runde.
Mann, was für eine Hatz und erst eine Runde, wie soll ich das nur 19 mal durchstehen?

Die nächsten Runden blieben schnell, doch langsam gewann ich Routine. Rollte mit und versuchte immer an den gleichen Stellen, zurück auf die besten Positionen zwischen Platz 10 und 20 zu fahren. Achtete auf meinen Puls, um nicht zu überdrehen. In Runde 5 wurde ich nach vorne gespült und fühlte mich richtig gut und schön als erster durch den Zielbereich zu fahren, wurde übermütig, trat an, wurde direkt gekontert und die Ausreißergruppe des Tages, 3xU19 und der spätere Senioren 2 Sieger, Stefan Schwarz, waren weg.

 

 

 

Zumindest wurde das Tempo jetzt etwas ruhiger. Dynamik kam aber wieder auf als nach 15 Runden die Senioren 3 und nach 17 Runden die U19 Fahrer ihr Rennen beendeten. Dennoch kam keiner weg.

 

Endlich die letzte Runde wurde eingeläutet. Es dauerte bis zum kleinen Anstieg, wo ein Göttinger Fahrer aus dem stärkstem Team antrat. Die Fahren reihten sich wie an einer Perlenkette auf und der Ausreißer wurde wieder aufgefahren. Allerdings gingen auch einige Lücken auf und ich und andere hatten einfach nicht mehr die Kraft, diese zuzufahren, hing deshalb auf der Zielgeraden in der zweiten Gruppe und beendete das Rennen auf dem 16. Platz.

 

 

 

Alles gut, hat super Spaß gemacht, komme gerne wieder; denn die alten Hasen können in der Tat noch ein ordentliches Feuerwerk abbrennen, Klasse.“

 

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