16-19.09.07 Jugendsichtung Hildesheimer Wald

(dp) Mit einem tollen Ergebnis aus Sicht des veranstaltenden RSC Hildesheim endete das letzte Bundessichtungsrennen der Saison 2007. Nadine Buchholz (weibliche U17) als Siebte und Falko-Nils Köhler als Sechster (Jugend) zeigten in ihren Rennen, das sie zu den stärksten Nachwuchsfahrern Deutschlands gehören. Anna Wiechmann und Emma Hinze als Siegerinnen in den Klassen U13 und U11 sowie Luca Niederlag als Dritter der U13 rundeten diesen überaus erfreulichen Tag für den RSC ab.

Sportliches Highlight für die Verantwortlichen des RSC um ihren 1. Vorsitzenden Jörg Wiechmann war aber der sechste Platz von Falko-Nils Köhler in der Jugendklasse. Die besten 150 Nachwuchsfahrer aus ganz Deutschland gingen bei strahlendem Sonnenschein an den Start über 81,2 Kilometer. Die überaus selektive Strecke um den Klingenberg mit Start und Ziel in der Nähe der Bosch-Blaupunkt Werke motivierte das Feld bereits in der ersten Runde, es richtig krachen zu lassen. Lang auseinander gezogen kam das Feld zur ersten Zielpassage. Bereits in der zweiten Runde bildete sich eine erste dreiköpfige Spitzengruppe um den für Cottbus startenden Hamburger Niklas Arndt. Das Feld wurde zu diesem Zeitpunkt kontrolliert von der starken Stuttgarter Mannschaft um ihren Kapitän und Führenden in der Gesamtwertung aller Bundessichtungsrennen Simon Huber (Wangen). Das Führungs-Trio zeigte auch eingangs der vierten Runde keinen Respekt vor der langen Distanz und legte ein enorm hohes Tempo vor.  Bereits in dieser frühen Rennphase zeigte sich Falko-Nils Köhler. Er schloss im Alleingang die 30 Sekunden zu den Führenden innerhalb einer halben Runde und setzte sich sofort an die Spitze, um die Führung weiter auszubauen. Erst jetzt reagierten die Stuttgarter. Mit sechs Mann an der Spitze verschärften sie das Tempo und schafften den Anschluss an das von Köhler angeführte Quartett. Diesem sportlichem Rennverlauf waren nicht alle Fahrer gewachsen, so dass bereits bei der sechsten Zieldurchfahrt das Feld auf 60 Fahrer geschrumpft war. Diese Gruppe blieb bis zur zehnten Durchfahrt zusammen. Köhler hielt sich nach seinem Parforceritt erst einmal in den hinteren Rängen auf, um Kräfte fürs Finale zu sammeln. Erst Patrik Sylla (Rosneheim) und erneut der bärenstarke Cottbusser Arndt konnten sich vier Runden vor Schluss erneut absetzen. Das Feld reagierte nicht gleich, zudem hatten die Stuttgarter vorne keinen Fahrer dabei und müssten dementsprechend die Nachführarbeit übernehmen. Da die Stuttgarter dieser Verantwortung nicht gerecht worden, wurde es dem diesjährigen Sieger des Henninger Turms zu bunt. Ron Pfeiffer vom Henninger Sossenheim setzte sich im Anstieg von Marienrode zum Hildesheimer Wald drei Runden vor Schluss vom Feld ab und machte sich allein auf die Verfolgung. Eingangs der vorletzten Runde hatte Pfeiffer das Duo eingeholt. Mit 60 Sekunden Vorsprung auf das jagende Feld, wo vor allem der Hildesheimer Köhler immer wieder vorn in der Spitze zu finden war, ging man in die letzten beiden Runden. Das Feld konnte aber keinen Boden gut machen, so dass bereits mit der Glocke für die Finalrunde klar war, dass der Sieger nur aus diesem Trio kommen konnte. Ron Pfeiffer merkte im Anstieg zum Kloster Marienrode, dass seinen Weggefährten nach der über 20 Kilometer langen Flucht langsam die Beine einschliefen und setzte zur entscheidenden Attacke an. Sylla und Arndt hatten dem nicht mehr entgegen zu setzen und Pfeiffer fuhr einem grandiosen Solosieg entgegen. Sylla und Arndt lieferten sich ein packendes Duell um Platz zwei, dass Sylla knapp für sich entschied. Direkt dahinter spurtete das Feld um Platz vier und wichtige Wertungspunkte für das Gesamtklassement der Bundessichtungsserie. Falko-Nils Köhler behauptete durch den schweren Anstieg im Hildesheimer Wald eine vordere Platzierung und sprintete von vorn auf die Zielgerade. Erst kurz vom dem Zielstrich wurde er abgefangen und belegte den sechsten Platz. Dieses beste Ergebnis eines RSC-Fahrers in der dreißigjährigen Geschichte des Sichtungsrennen im Hildesheimer Wald nötigt nicht nur den Verantwortlichen des RSC großen Respekt ab. „Eine Superleistung“ so der 1. Vorsitzende Jörg Wiechmann. Auch im Notizblock des Bundestrainers dürfte sich der Name Köhler wieder finden.

Bereits früh am morgen eröffneten 40 Fahrerinnen der weiblichen Jugend U17 den Renntag. Die zehn Runden (58 Kilometer) und das noch kühle Wetter hielten die besten Nachwuchsfahrerinnen Deutschlands um die amtierende Straßenmeisterin Anna Hunger (Wangen) aber wohl davon ab, richtig Radrennen zu fahren. Nach einer sehr gemütlichen Wanderfahrt in den ersten fünf Runden, verkürzte der Wettkampfausschuß kurzerhand das Rennen um eine Runde. Nadine Buchholz vom RSC fuhr bis zu diesem Zeitpunkt ein taktisch sehr kluges Rennen. Die im jüngeren Jahrgang startende Hildesheimerin hielt sich jeweils in den vorderen Positionen mit Kontakt zur Spitze auf. Da zwar in den letzten beiden Runden etwas schneller gefahren wurde, sich aber keine Fahrerin vom Feld lösen konnte, bog eine 20 Fahrer starke Kopfgruppe auf die Zielgerade. Hier zeigte Anna Hunger, dass sie zurecht Deutsche Meisterin geworden ist und siegte souverän von vorn. Die Podiumsplätze ersprinteten Jasmin Rebmann (Stegen) und Sarah Hofmann (Wormbach). Nadine erreichte im Sprint einen tollen siebten Platz und wurde damit zweitbestes Mädchen im jüngeren Jahrgang.

Perfekt abgesperrt und gesichert durch das THW, die Freiwillige Feuerwehr Neuhof und die Johanniter Unfallhilfe zeigten in den Rahmenrennen die Nachwuchsfahrer des RSC in der U11, U13 und U15  ihre Klasse. Emma Hinze siegte im Mädchen-Rennen der U11. Nach einer Runde kam sie allein auf die Zielgerade und verwies Lina Rausch (Oldenburg) und Fiona Steinmann (Wolfsburg) auf die Plätze.

Anna Wiechmann zeigte in der weiblichen U13 ihre Ausnahmestellung und fuhr ihrem 20. Saisonsieg entgegen. Im gemeinsamen Rennen mit den Jungs der U13 zeigte sie, dass sie auch bei ihren männlichen Kollegen ganz vorn mitfahren kann. Bereits in der ersten von drei zu fahrenden Runden bildete sich eine Spitzengruppe um die Favoriten Luca Niederlag (RSC) und Lennart Frie (Hamm). Zu dieser Spitze gehörte auch Michelle Buchholz (RSC). An der letzten Steigung versuchte Niederlag mit einer Attacke, das Rennen zu entscheiden. Aber weder Frie noch Niederlag kamen als erster auf die Zielgeraden, sondern der Langenhagener Marten Flöter, im letzten Jahr noch Sieger des U11-Rennens. Erst auf den letzten Zentimetern schnappte der Hammer Seriensieger Frie Flöter den Sieg vor der Nase weg. Dritter wurde Luca Niederlag. Anna Wiechmann kam kurz dahinter auf Platz fünf und sicherte sich damit den Sieg in der getrennten Mädchenwertung vor ihrer bravourös kämpfenden Teamkollegin Michelle Buchholz.

Auch Robin Krüger (RSC) erwischte einen tollen Tag in der U15. Nach fünf schweren Runden hielt Krüger den Kontakt zur Spitzengruppe. Belohnt wurde seine tolle Fahrweise mit Platz zehn unter 50 gestarteten Fahrern.

„Ein toller Auftritt der Fahrer in den rot-grünen Trikots des RSC und ein super Job der vielen Helfer bei tollem Spätsommerwetter“ so das Fazit des RSC-Straßenfachwarts Burkhard Becker. Schade nur, dass sich seitens des Radsportverbandes Niedersachsen kein Offizieller hat blicken lassen.   

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