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Radtourenfahren
Die Radtourenfahrt (RTF) ist eine populäre
Radsportveranstaltung für Jedermann/Frau im Rahmen des Breitensportangebots des Bund Deutscher Radfahrer e.V. Der Teilnehmer kann dabei ausgeschilderte Strecken
zwischen 41 und 170 km Länge im öffentlichen Verkehrsraum unter Beachtung der StVO
absolvieren. Es dürfen dabei seitens des Veranstalters keine Zeiten oder
Platzierungen ermittelt werden, es kann sich also jeder entsprechend seinen
Möglichkeiten für eine Streckenlänge entscheiden und diese
in seinem individuellen Tempo zurücklegen.
So treffen Familien mit ihren
Kindern,
die auf Touren von 20 oder 40 Km in
aller Ruhe die Landschaft genießen,
auf sportlich orientierte Gruppen, die
längere Strecken in beachtlichem Tempo zurücklegen.
Da es aber keine Massenstarts gibt und sich
die Strecken entsprechend der Länge teilen, gibt es keinerlei
Konflikte. Jedermann/frau hat hier die Möglichkeit, auf ausgeschilderten Strecken
durch überwiegend verkehrsarme Regionen zu radeln.
Dabei wird an den Kontrollstellen stets für
Erfrischungen gesorgt.
Und genau das ist die Stärke dieser Veranstaltung!!
Breiten- und Gesundheitssport für
alle Altersklassen stehen hier im Vordergrund, nicht
olympische Höchstleistungen.
Glücklich am Ziel angekommen, kann man sich an den
Getränke, Kuchen- und Grillständen in gemütlicher Runde wieder
stärken
Klemens Pietsch, Oktober 2007
Organisation
Ausgerichtet wird eine Radtourenfahrt von einem
Radsportverein. Dieser muss dazu gewisse Kriterien des Bund Deutscher Radfahrer
(insbesondere die Generalausschreibung) erfüllen sowie eine behördliche
Genehmigung erhalten. Die vom Veranstalter angebotenen Strecken werden
ausgeschildert.
Ausgetragen werden kann eine Fahrt an einem Wochenend- oder
Feiertag im Zeitraum von ca. Mitte März bis Mitte Oktober. Das Startfenster für
die Teilnehmer ist meist zweistündig am Morgen, Vormittag oder Mittag.
Wer leistungsorientiert Radfahren möchte, ohne nun
gleich Rennen bestreiten zu wollen, wird hier immer Gleichgesinnte
finden, mit denen er sich messen kann.
Wer nur seine Freizeit aktiv in freier Natur
gestalten möchte, wird auf derselben Veranstaltung auch dies finden.
Es überwiegen
also die Möglichkeiten und nicht die Zwänge.
Für die Teilnahme darf der Veranstalter ein Startgeld von
den Teilnehmern verlangen. Dieses beträgt für BDR-Mitglieder meist 3,00 € bis 7,00
€ und für Nichtmitglieder meist 10,00 €.
Abhängig von den Vorschriften des Landesradsportverbands ist
in aller Regel das Tragen einer Rückennummer und eines Helmes durch den
Teilnehmer bei einer Radtourenfahrt Pflicht.
Punktesystem
Für das erfolgreiche Zurücklegen einer ausgeschilderten
Strecke bei einer RTF wird der Teilnehmer mit Punkten belohnt:
1 Punkt für 40 - 69 km
2 Punkte für 70 - 109 km
3 Punkte für 110 - 149 km
4 Punkte für 150 - 199 km
5 Punkte für ab 200 km
6 Punkte für Super Cups
BDR-Mitglieder, die eine RTF-Wertungskarte besitzen, können
diese Punkte damit sammeln und am Jahresende dafür eine Prämie vom BDR
erhalten, sofern eine Mindestpunktzahl erfahren worden ist. Um sicherzustellen,
dass ein Teilnehmer eine Strecke auch tatsächlich abgefahren ist, werden an
geeigneten Streckenabschnitten Kontrollstellen eingerichtet, an denen der
Teilnehmer einen Stempel auf seine Kontrollkarte erhält.
Kategorien des Breitensports im BDR
Das Breitensport-Spektrum des BDR umfasst die folgenden
Angebote:
RTF-Formel A (Ausdauer): Umfasst Strecken zwischen 41 und
170km. Dies sind RTFs im engeren Sinne.
Radmarathon: Wie
RTF-Formel A, jedoch mit einer Mindestlänge von 200km.
Super-Cup: Serie aus sieben jährlich neu ausgewählten, meist besonders
anspruchsvollen Radmarathons.
Etappenfahrt: Geführte Radtourenfahrt, deren Strecke in mehreren Tagesabschnitten
absolviert wird.
Permanente Radtourenfahrt: Radtourenfahrt, die jederzeit anhand einer
Streckenbeschreibung absolviert werden kann.
Permanente Etappenfahrt: Vernetzung von mehreren Permanenten
Radtourenfahrten.
Anmerkungen
Wenngleich eine Zeitnahme nicht gestattet ist, hat eine RTF
einen ausgeprägt sportlichen Charakter: Es werden für die Teilnahme fast
ausnahmslos Rennräder eingesetzt, der Anteil an Vereinsfahrern ist hoch und die
Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei den meisten Teilnehmern bei 25-32 und
mehr km/h.
Auch wenn der Veranstalter vom BDR nicht zum Anbieten einer
Verpflegung verpflichtet ist, bietet doch jeder Veranstalter diese an.
Die Teilnehmerzahlen sind Wetterabhängig.
Obwohl ein i. d. R. zweistündiges Startfenster existiert,
findet sich fast immer der Großteil der Teilnehmer schon zu Beginn des
Startfensters am Start ein. Dies führt dann meist zur Bildung großer Gruppen
vom Start weg, was aufgrund der daraus resultierenden Verkehrsbehinderungen von
den genehmigenden Behörden nicht gerne gesehen wird. Sind die Starterfelder
sehr groß, lassen die meisten Veranstalter die Teilnehmer dann nur stoßweise
starten.
Startorte
sind meist Schulen, Stadthallen oder ähnliche öffentliche Gebäude. Diese bieten
zum einen ausreichend Parkraum, genügend Platz für die Anmeldung,
Kuchenbuffets, Grillstände und Radhändler, die ihre Waren anbieten sowie die
benötigten sanitären Einrichtungen.
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