(ek) Anna Knauer aus
Schernfeld darf ab sofort das Meisterschaftstrikot der „Deutschen Meisterin –
Juniorinnen“ tragen. Den Titel „Deutsche Meisterin derJuniorinnen“ errang sie am
vergangenen Wochenende in Rheinbach/Nordrhein Westfalen. (Bilder anklicken)
Es gab nur ein Ziel – Titel.
Nach Platz zwei bei der DM-Berg vor vier Wochen, Platz drei bei der
DM-Einzelzeitfahren sollte der Medaillensatz komplett gemacht werden.
Auf einer anspruchsvollen
Strecke, fünf Runden mit jeweils 14,3km und 250 Höhenmetern wollte sie eine
frühzeitige Entscheidung herbeiführen. Dass dies jedoch schon in der ersten
Runde sein wird, damit hatte sie nicht gerechnet.
Die Mitfavoritin Madleine
Ortmüller (RSC Buchenau) machte bereits direkt nach dem Start richtig Druck,
fuhr das Rennen von vorne und forderte das ganze Feld. In der Dritten Steigung
setzte sie einen kraftvollen Angriff und zog so das Feld wie eine Perlenschnur
hinter sich her. Anna Knauer konnte direkt hinter ihr folgen, vorbeiziehen, das
Tempo nochmals erhöhen und somit den Grundstein für die gemeinsame,
erfolgreiche Attacke setzen.. Bereits die Dritte in der Reihe, Corinna Lechner
(KSC Puch) musste eine Lücke reißen lassen. Die beiden Ausreißerinnen
steigerten das Tempo erneut, vergrößerten den Abstand und fuhren mit knapp 100
Metern Vorsprung in die Abfahrt. Alles auf eine Karte setzend setzten sie ihre
Flucht fort, so dass weder die direkten Verfolgerinnen noch das Hauptfeld
wieder Anschluss finden konnten. Es gelang in den Abzweigungen von Rheinbach
aus dem Blickfeld des Feldes herauszufahren. So ging es in die nächste Runde.
In einem später vom BDR-Vizepräsident
Rennsport Günther Schabel als „klasse Rennen“ bezeichneten Kraftakt kämpften
beide um jede Sekunde. Anna und Madleine, sie kennen sich von den gemeinsamen
Einsätzen in der Nationalmannschaft, arbeiteten hervorragend zusammen und
konnten so Steigung für Steigung und mit jeder Runde den Vorsprung bis auf über
drei Minuten vergrößern.
Im Feld kontrollierte die
große Anzahl der RSC´lerinnen abwechselnd das Tempo. Ann-Leonie Wiechmann,
Michelle Buchholz, Jessika Lampracht testeten aus ob ein Ausreißversuch
sinnvoll wäre, führten das Feld an und verschleppten dabei das Tempo,
beobachteten das Feld auf eventuelle Aktivitäten. Julie Gudlowski arbeitete
sich mit aller Kraft durch die hügelige Rennstrecke.
Die große Mannschaft unter
einheitlicher Führung und Vorgabe konnte so gemeinsam am Rennverlauf
modellieren und so im Hintergrund das ausgegebene Ziel des sportlichen Leiters,
den zweiten Titel an diesem Tag zu holen, hervorragend unterstützen.
Da Anna die schnellere
Sprinterin ist, sollte Madleine, auf Aufforderung ihres Trainers, die Entscheidung bereits in den letzten
Steigungen herbeiführen. Durch die bis dahin hohe Belastung konnte sie dies
aber nicht mehr umsetzen. So gab es auch kein taktieren auf den letzten
Kilometern. Anna behielt ihre Gegnerin immer im Auge, zwang sie taktisch klug
in die Führungsposition um die ideale Ausgangssituation für den Sprint
einzunehmen. So ging es auf die Zielgerade. Nach 65 Kilometern auf der
gemeinsamen Flucht, jetzt 200 Meter erbitterter Kampf um den Sieg. Mit aller
Kraft beschleunigte Anna aus dem Windschatten heraus und zog unaufhaltsam auf
der längern Außenbahn der Zielkurve nach vorne und konnte bereits auf der
Ziellinie die Arme jubelnd nach oben reißen.
Die mitfavorisierte Corinna
Lechner (Puch) war im Straßenrennen nicht in der Lage in den Titelkampf
einzugreifen. In der vierten Runde setzte sie noch ein Zeichen, als sie mit
Sarah Scharbach (RV Concordi Reute) und Lisa Hempfer (TSG 1847 Leutkirch) eine
Verfolgergruppe bildete. Sie erreichte im Finale noch Platz drei.
Damit hat die in der
aktuellen Bundesligarangliste souverän führende Anna Knauer nicht nur einen großen
Titel errungen, sondern auch das Ticket für die Weltmeisterschaft im September
gelöst. Der Erfolg gibt auch die richtige Lockerheit für die in zwei Wochen
beginnende Europameisterschaft auf der Bahn in Anadia/Portugal. Dorthin wird
sie, zusammen mit Ann-Leonie Wiechmann, reisen. Wieder zwei RSC´lerinnen, die
den Kern des Nationalkaders der Juniorinnen bilden.
Weitere Ergebnisse unserer
Bundesliga-Amazonen:
Wir sind alle sehr stolz auf
dieses tolle Team.
|